Adlerweg durch ganz Tirol

Geh, wo der Adler fliegt!

Der Adler ist kühn und der Adlerweg hat es in sich. In der hochalpinen Bergwelt, nah unterm Himmel, verläuft er von Osten nach Westen durch ganz Tirol. Der Wegverlauf gleicht der Silhouette eines Adlers, der mit weit ausgebreiteten Schwingen in den Lüften schwebt.

Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind die Voraussetzung bei vielen Etappen, um die Herausforderung annehmen zu können: 320 Wanderkilometer zwischen Wilder Kaiser und Arlberg, 24 Tages-Etappen von leicht bis schwierig, von sanft bis zackig, von beschwingt bis extrem kraftraubend. 23.000 Höhenmeter bergauf, 20.000 Höhenmeter bergab.

Der Osttiroler Adlerweg ist kürzer, aber ebenso grandios und fordernd: neun Etappen zwischen Venediger und Großglockner, 93 Kilometer Länge, ca. 8.000 Höhenmeter bergauf und fast ebenso viele bergab. Unzählige Schritte, hunderte Gipfel, tausende herrliche Aussichten!

Unser Betrieb liegt am Adlerweg auf Etappe 2 | Gaudeamushütte - Hintersteiner See
Weitere Informationen finden Sie unter:  Adlerweg Wilder Kaiser

Der Weg ist das Ziel, aber bei dieser Etappe kann man sich vor allem an sehr warmen Tagen zur Erbauung das Tagesziel stets vor Augen halten: Umthront von den kaiserlichen Bergmajestäten geht es durch Bergwiesen, Latschen-Hänge, Buchen-Mischwälder und mit kleinen Fels-Klettereien über die Gruttenhütte zum romantischen Hintersteiner See, der zu den schönsten und saubersten Seen Tirols zählt. Er ist 56 Hektar groß und 36 Meter tief und befindet sich in Privatbesitz, baden ist jedoch beim Strandbad am Nordostufer erlaubt. Vorher noch den Finger in Weihwasser tauchen, denn in der Bärnstatt-Kapelle gegenüber vom Gasthof Bärnstatt sind die barocken Deckenfresken von Matthias Kirchner sehenswert.

Wissenswertes zu dieser Etappe

Adlerblick. Dem „Kaiserkopf“ verdankt der Gebirgsstock des Kaisers seinen Namen. Der Felsen zeigt der Überlieferung nach das edle Profil des im Todesschlummer ruhenden Hauptes Karls des Großen. Die große Kaiserkrone, gebildet aus den Zacken der Ellmauer Halt, sinkt ihm vom Kopf. Man erkennt das Profil des ruhenden Kaisers am besten von Going aus. Ein wenig Fantasie gehört natürlich dazu!

Adlerkick. Ein Sprung in den Hintersteiner See ist nicht nur für Fröstler eine Herausforderung, denn sein Wasser ist glasklar und frisch, deshalb auch herrlich erfrischend. Im Schnitt hat es 19 bis 20 Grad, manchmal bloß 18. Man kann aber auch einfach nur am Ufer sitzen und die schöne Umgebung genießen oder sich auf den idyllischen, ca. fünf Kilometer langen Spaziergang rund um den See begeben.

Adlerweg Etappe 2 Hintersteinersee Berggasthof Bärnstatt

Startpunkt: Gaudeamushütte

Von der Gaudeamushütte überwindet man über den Klammlweg fast 400 Höhenmeter bis zur Gruttenhütte, der höchstgelegenen Hütte im Kaisergebiet. Dazu hält man sich zuerst in Richtung Ellmauer Tor und biegt dann Richtung Westen auf den Steig Nr. 824, 813. Der Weg führt durch Wiesen und Latschen, nach der Querung eines trockenen Bachbettes gelangt man zum Wegweiser „Gruttenhütte über Klamml“ (Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich). Der Weg verläuft über Steine und kleine Felsbrocken am Rand eines Gerölltrichters. Die Gaudeamushütte liegt jetzt schon deutlich unterhalb. Bald führt der schmale Weg um einen Felsen herum und man steht vor einer ca. zwei Meter langen Eisenleiter. Diese klettert man hinauf, dann geht es an einer Eisenkette entlang über einige Stufen. Links unten das Geröll, rechts die hohen Felsen, führt der Weg nun leicht bergan. Nach der Querung eines Geröllfeldes sieht man bald die Holzstufen zum Klamml-Eingang. Rechts von der Wand des Gruttenkopfs geht es steil nach oben. Der Weg ist mit Eisenklammern für Tritte und Griffe gesichert. Bei der letzten Stufe zieht man sich über einen Felsen hoch. Am Ausstieg des Klamml links halten. Neben dem schmalen Weg fällt das Gelände rechts steil ab, aber wenige Kehren später erreicht man die Kuppe, von wo ein fast ebener Weg noch ein kurzes Stück zur Gruttenhütte führt. Gleich darauf mündet von rechts der Weg vom Jubiläumssteig ein.

Einkehrmöglichkeit: Gruttenhütte (Hinweis: Aufgrund von Umbauarbeiten im Sommer 2017 findet auf der Gruttenhütte nur ein eingeschränkter Betrieb statt. Eine Übernachtung ist nicht möglich. 

Von der Gruttenhütte (1.620 Meter) nimmt man den Gruttenweg 14 a Richtung Südwesten.  Auf rund 1.400 Meter Höhe zweigt vom Gruttenweg im Bereich vom Krummbachegg der „Höhenweg“ Nr. 823 Richtung Westen ab (Hintersteiner See). Jetzt auf dem Höhenweg, der auch „Wilder-Kaiser-Steig“ genannt wird, im lichten Mischwald sowie durch Latschen und Kare südlich am Treffauer vorbei und um ihn herum marschieren, anschließend weiter Richtung „Kaiser Hochalm“ (unbewirtschaftet). Diese liegt auf 1.417 Meter im freien Gelände, von hier aus geht es auf markiertem Weg hinunter. Nun an der Beschilderung „Steiner Hochalm“ orientieren und dem Steig Nr. 823 folgen, der Steig verläuft durch Mischwald bergab. Am Waldrand gabelt sich die Route, an dieser Stelle rechts nach oben und dann gleich dem markierten Steig folgen, der links den Hang entlang zieht. Er führt zur Steiner Hochalm, wo man sich mit Getränken erfrischen und musikalisch erfreuen kann, denn hier gibt es oft Harfenspiel und Gesang.

Einkehrmöglichkeit: Steiner Hochalm

Südöstlich vom  Almgebäude geht es über einen Karrenweg hinab zum „Hintersteiner See“. Bald öffnet sich der Blick auf dieses schöne Naturjuwel. Später weiter auf einem Forstweg und dabei immer abwärts halten. Beim Gasthof Bärnstatt bzw. bei der Bärnstatt- Kapelle mündet der Weg in die Fahrstraße zum Hintersteiner See, hier geht es entlang der Straße rechter Hand weiter an Blumenwiesen und Häusern vorbei zum Ostufer des Sees. Auf dieser Etappe gibt es außer auf der Gaudeamus- bzw. Gruttenhütte zu Etappenbeginn und gegen Etappenende (Bärnstatt und am Hintersteiner See) keine Einkehrmöglichkeit mit Mahlzeiten.

Endpunkt: Hintersteiner See - Scheffau am Wilden Kaiser
Informationen über den durch ganz Tirol verlaufenden Weitwanderweg finden Sie unter:  
www.tirol.at/adlerweg Übernachten-Zimmer Restaurant Bärnstatt
 
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